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Das Weblog von Daniel Katzoreck

Spinnfischen auf Wels – Geht mehr? Wahrscheinlich kaum

Spinnfischen auf Wels – Geht mehr? Wahrscheinlich kaum

3 Tage Spinnfischen auf Wels. Klar kann man da schonmal 3000 km Autofahrt in Kauf nehmen…wenn man nicht völlig bekloppt ist! Ist das mein Vater und ich? Schwer zu sagen, aber wir haben es gemacht und wir erlebten für uns eines der abgefahrensten Angelabenteuer.

Nach über 1200 km erreichten wir endlich unser südliches Ziel. Im Spätherbst sollten uns noch warme Temperaturen erwarten- wie sich herausstellen sollte, hatten wir das Glück 20 Grad und mehr genießen zu dürfen. Die Voraussetzungen waren also super.

Durch die Vorfreude verging die Anfahrt einigermaßen erträglich. Jedoch kamen wir erst in den späten Abendstunden an. Es war kaum auszuhalten, aber wir entschieden uns dann doch ausgeschlafen erst am nächsten Tag die Lizenz zu holen. Da ich schon im Besitz einer Lizenz war, konnte ich noch vor der Ladenöffnungszeit einen Versuch starten. Auch mein Vater wollte es sich nicht nehmen lassen und geißelte sich selbst als Zuschauer. In der Morgendämmerung bekam ich dann auch schon recht schnell und auch etwas unerwartet einen heftigen Biss im Stillwasser. Unaufhaltsam ging sofort die Post ab. Die Bremse war bis zum Anschlag zu, doch das störte mein Gegenüber recht wenig. Nach 70 – 80 m musste ich dann zusätzlich mit der Hand nachhelfen und weiter Einbremsen, ansonsten wäre er mir in den versunkenen Baum geschwommen. Da passierte leider das was nicht hätte sein dürfen, der Haken schlitzte aus. Was für ein Beginn, wie sich später herausstellte, dürfte das auch der größte Fisch der Tour gewesen sein. Es dauerte eine Weile bis der Frust verflogen war und wir suchten eine neue Stelle auf. Angekommen bemerkten wir hinter einem Stein eine kleine schwarze Flosse aus dem Wasser wedeln. Das könnte ein Wels sein dachten wir uns…Die Entfernung ließ sogar ein Pendelwurf zu. Punktgenau platschte der Blinker hinter den Stein auf. Innerhalb einer Millisekunde zeigte sich die kleine schwarze Flosse in voller Pracht. Es war ein gut 1,60m langer Wels der sofort in voller Länge an der Oberfläche tobte. Diesen Fisch konnten wir dann auch landen, um danach schleimig und stinkig die Angelkarte zu holen. Das war dann der Beginn eines unglaublichen Angeltrips. Ich kann hier nicht jeden Fisch, jedes Erlebnis das hinter diesem Stand einzeln beschreiben. Es ging auch nicht mehr um die Größe oder die Stückzahl, es war einfach nur noch abgefahren. Jeder Fisch, jede Situation hatte seine eigene Geschichte. Dieser Trip war voller Eindrücke und Erfahrungen und es zeigte sich wieder, dass das aktive Angeln auf Wels einfach eine der genialsten Angelarten sein kann.

Unser Kraft und unser Kopf ließen es auch nicht zu, die gute nächtliche Zeit zu nutzen, es war absolut nicht notwendig. Daher genossen wir die Zeit bei einer abendlichen Pizza und Bier, ließen das erlebte Revue passieren und erholten uns im Hotel von den unglaublichen Eindrücken.

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