Kapitale Fänge aus dem Karlsruher Rheinhafen

Der Graskarpfen ist zwar kein Raubfisch, aber außerordentliche Fänge gehören auch hier rein. Und die Fänge von Bernhard sind was sehr besonderes…

Alles begann im Jahre 2006 im Rheinhafen Karlsruhe, einem nicht gerade idyllischem Angelgewässer. Neben der reizlosen Umgebung, weist auch die Bodenstruktur im Hafenbecken keinerlei Unebenheiten oder Löcher auf. Als ich vor knapp 4 Jahren mit meinem Hund am Beckenrand spazieren ging, sah ich in der Mitte des Beckens einen riesigen Fisch schwimmen. Ich dachte es sei ein großer Rapfen, aber bei genauerer Betrachtung sah ich meinen ersten Graser im Hafen schwimmen, einen wirklich kapitalen Fisch.

Mein Entschluss war gefasst, ich musste unbedingt an dieser Stelle anfüttern um demnächst einen dieser schönen Fische an der Angel zu haben. Bei einem Bauern in meiner Nähe versorgte ich mich mit reichlich Mais. Die Stelle an der ich anfüttern wollte, lag perfekt: direkt vor der Tür meiner Arbeitsstelle. So konnte ich bequem täglich einen Topf Mais anfüttern.

Es war Anfang April und noch sehr kalt draußen, aber die Graskarpfen waren schon aktiv. Nach zweiwöchigem Anfüttern war es dann soweit, es ging auf Graser. Am Angelplatz angekommen, sah ich sie schon an der Oberfläche spielen und war nun umso gespannter, ob mein Vorhaben Erfolg haben würde. Es dauerte nicht lange und ich bekam meinen ersten Biss. Mein erster Graser wurde nach einem super Drill, in dem er regelrecht explodierte als er das erste Mal den Unterfang sah und ich ihn daher kaum noch halten konnte, gelandet. Die Schnur war bis auf das Äußerste gespannt, aber die Bremse war optimal eingestellt und ich konnte überglücklich meinen ersten Graser in der Hand halten. Stolze  97 cm zeigte das Maßband.

Die darauf folgenden Jahre fischte ich in der Zeit von April bis Ende Juni ausschließlich auf Graskarpfen. Denn kaum war der Juli angebrochen, waren die Graser verschwunden. Ich denke, dass sie dann in den Rhein abwandern. In der folgenden Zeit konnte ich dann nämlich nur noch Schuppen- und Spiegelkarpfen fangen, aber keinen Graser mehr überlisten.

Jedes Jahr wiederholte sich das gleiche Schauspiel. Im genannten Zeitraum konnte ich jeweils schöne Graskarpfen überlisten. Der Größte, den ich im Rheinhafen gefangen habe, brachte stolze 50 Pfund auf die Waage. Niemand weiß so genau wo die Graskarpfen auf einmal herkamen und ob sie sich bei uns vermehren. Aber wie ich von vielen Anglern hören konnte, werden auch regelmäßig kleine Graskarpfen im Rhein gefangen.

Das Schöne an dieser Angelei ist, dass man die Graskarpfen an der Oberfläche sieht, wenn sie am Angelplatz sind und man dann voller Adrenalin auf den Biss wartet. Mir ist es auch schon passiert, dass ein Graskarpfen mein 110 Gramm Blei genommen hat und ganz gemütlich weiter geschwommen ist. Der hatte nicht einmal gemerkt, dass er gehakt war! Ich habe die Fische dann mal beim Fressen beobachten können und daraus den Schluss gezogen, dass sie beim Abreißen des Krauts mit ihrem harten Maul den Kopf hin und her bewegen.

Deshalb hat dieser Eine wohl nicht gemerkt, dass er schon an meinem Haken hing.

Mein Größter von 114cm und 50 Pfd.

Seit diesen Erlebnissen bin ich ganz versessen auf Graskarpfen und versuche jedes Jahr viele dieser faszinierenden Fische zu fangen. Alle diese Karpfen wurden mit Mais gefangen. Also ihr seht: man braucht für diese großen und wirklich schönen Fische nicht immer Bollies einzusetzen.

Grüße Bernhard

Und nun noch ein paar meiner besten Fänge