Der Traum vom Angelboot

… hat lange gedauert und war mit sehr viel Arbeit, Freude und Enttäuschung verbunden. Vor über einem Jahr entschieden wir uns (Uwe und ich) ein Angelboot zu kaufen. Für so ein Projekt braucht man einen Partner, dem man zu 100% vertrauen kann. Denn es steckt nicht nur recht viel Geld dahinter, sondern auch jede Menge Arbeit die getan werden muss. Zum Glück ist Uwe handwerklich sehr begabt, sonst wäre das Projekt von vorn herein gescheitert.

Nachdem wir ein Boot bei Ebay entdeckt hatten, kontaktierten wir den Besitzer. Das Boot musste begutachtet werden, stand aber in der Nähe von Berlin. Da ich zu dem Zeitpunkt noch keine Anhängerkupplung hatte, musste Uwe mit seinem Auto hochfahren. Der Preis war gut, doch wir hatten vor noch etwas zu verhandeln. Doch die Verhandlungen verliefen erst etwas zäh, doch schlussendlich kamen  Zugeständnisse vom Besitzer, so dass wir das Boot zu einem vernünftigen Preis mitnehmen konnten. Die Heimfahrt zog sich dann wie eine Ewigkeit, denn mit 80 km/h über die Autobahn zu fahren verlangt einem viel Selbstdisziplin ab.

Zum Boot:

Das Boot ist ein 4,20m langer Dreikieler, ähnlich dem beliebten Boston Wahler. Das Boot stammt von der Firma Hühnke und wurde ehemals als Polizeiboot eingesetzt. Ausgestattet war das Boot nachträglich vom Besitzer mit einem 40 PS Mercury Zweitakter. Doch hier saß der Haken, laut Besitzer lief der Motor schon mal, doch zum Kaufdatum sprang er nicht an. Aus diesem Grund hatten wir auch noch einen preislichen Handlungsspielraum. Steuerstand und Sitze waren dazu noch in einem schlechten Zustand. Außerdem wollten wir den Steuerstand nach hinten verlegen, damit viel Platz im Boot selbst entsteht.

So sah das Boot im „Rohzustand“ aus.

Sommer und Herbst waren dann hauptsächlich für den Umbau geplant. Immer wieder schellte bei mir das Telefon und Uwe musste mich für die handwerklichen Tätigkeiten animieren. Als erstes musste alles ausgebaut werden, damit das Boot komplett von außen und innen abgeschliffen werden konnte. Ein neuer Lack musste drauf. Nachdem das Boot eine neue Farbe bekommen hatte, wurde der Bügel abgeschliffen und lackiert. Der Steuerstand wurde nach hinten versetzt und die Elektrik wurde von einem Bekannten verlegt. Ebenfalls ein Helfer hat uns die Rutenhalter an den Bügel geschweißt. Ohne Helfer ging es dann doch nicht! Auch die Scheibe am Steuerstand wurde von einem Helfer maßgerecht zugeschnitten und auf entsprechende Halter fixiert. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an die Helfer!!!!

Komplett abschleifen,  das war eine tolle Arbeit 🙂

Die Lunge hat sich gefreut!

Feinstaubalarm!

Der Steuerstand wurde nach hinten und an die Seite versetzt.

Verarbeitung von Quarzsand gegen glatte und rutschige Oberfläche!

Lackierung am Bug!

Das innere des Bootes fast komplett lackiert.

Der Kampfstuhl für die ganz großen Fische!

Das Sahnestück, ein Minn Kota I-Pilot.

Selbstgemachte Bootsrutenhalter und gelbe Antirutschaufkleber.

Das Boot musste nun noch angemeldet werden. Die Dame vom Wasserschifffahrtsamt war sehr hilfsbereit und die Papiere wurden problemlos und schnell ausgestellt.

Nachdem der Motor noch zur Inspektion zu einem Bootsmechaniker abgegeben wurden, standen wir kurz vor der Jungfernfahrt. Der Mechaniker hat uns die Betriebstauglichkeit attestiert, so freuten wir uns auf die erste Fahrt am Rhein. Klar waren wir etwas aufgeregt, noch nie hatten wir ein Boot selbst geslippt, doch irgendwie sollte es funktionieren. Am Rhein angekommen slippten wir dann das Boot. Im ersten Moment schien alles zu klappen. Unsere Frauen und eine Flasche Sekt waren auch dabei. Das Boot war im Wasser, die Frauen an Bord, die Sektflasche bereit. Der Moment war gekommen, der Zündschlüssel wurde gedreht. Doch nichts tat sich, keinen Mucks machte der Motor. Nach einigen Versuchen und vergeblichen Telefonaten mit dem Mechaniker brachen wir enttäuscht ab. Zu guter Letzt stellten wir fest, dass wir noch einen Kurzschluss an meinem Auto erzeugt hatten. So kamen hier nochmals ordentliche Nachkosten auf uns zu!!! Auf direktem Weg fuhren wir dann nach Rheinstetten zu einem anderen Bootsmechaniker. Dieser war über die Reparaturarbeiten sehr entrüstet und machte eine ganz andere Fehlerdiagnose als der erste Mechaniker. Wieder saßen wir auf Kosten…

Nach diesem Erlebnis haben wir lange gezögert, das Boot wieder zu Wasser lassen. Letzte Woche war es dann soweit, wir rafften uns auf und machten alles startklar. Kurzum, es klappte alles perfekt, fast alles. Slippen, Motor etc. alles passte, nur die Lenkung muss wohl noch etwas modifiziert werden. Es hat eienn riesigen Spaß gemacht über den Rhein zu flitzen. Die 40 PS brachten das Boot auf ordentliche Geschwindigkeit. Schätzungsweise 30 – 40km/h haben wir gegen den Strom erreicht.

Die erste Fahrt stand im Zeichen des Erkundens. Wir wollten ein Gefühl für das Boot bekommen, die Strömung und den Wellengang einschätzen, die schwere Schifffahrt einschätzen. Natürlich schauten wir uns auch mit dem neuen Echolot (Quadrabeam) die Strukutr innerhalb der Buhnen, aber auch in der Fahrrinne an. Unser neuer E-Motor (I-Pilot) wollte auch erst mal kennengelernt werden. Definitiv ein Sahnestück mit vielen Möglichkeiten.

Nun steht das Boot unter einem von Uwe gebauten Carport. Trotz aller Hindernisse, Anstrengungen und Rückschläge ist am Ende doch noch alles gut geworden!

Daniel

Erste geplante Jungfernfahrt!

Rhein, wir sind drauf!

Da navigiert er uns per Fernsteuerung und GPS!

Die Köder sind bereit für den großen Fang…

So siehts aus wenn alles klappt! Uwe, vielleicht hätte ich auch mal ein Bild von dir machen sollen 🙂