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Das Weblog von Daniel Katzoreck

Die Sterblichkeit untermaßiger Zander nach dem Fang

Die Sterblichkeit untermaßiger Zander nach dem Fang

Dieser Artikel soll ein Appell an alle Zanderangler sein. Wer kleine untermaßige Zander hakt, sollte äußerst vorsichtig beim Zurücksetzen sein. In einer wissenschaftlichen Arbeit an der Humboldt-Universität Berlin wurde von Prof. Dr. Arlinghaus und dem Fischereibiologen Jan Hallmann die Überlebensfähigkeit von Zandern nach dem Zurücksetzvorgang untersucht (Arlinghaus & Hallermann 2007). Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Wissenschaftszeitschrift „Fisheries Management and Ecology“, woraus auch die folgenden Fakten stammen. Zusätzlich würde für die Ergebnisdarstellung auf die Bacheloarbeit von Jan Hallermann zurückgegriffen, die dem wissenschaftlichen Aufsatz zu Grunde liegt. Der Schwerpunkt der Untersuchungen lag darauf, wie sich die Dauer des Aufenthalts an der Luft auf die Sterblichkeit (Mortalität) beim Zander auswirkt. Oftmals werden die Fische zum Abhaken und zum Vermessen aus dem Wasser genommen und sind so der Luft ausgesetzt. Sie werden erstaunt sein, wie groß der Einfluss der Dauer des Luftaufenthalts auf die Sterblichkeit ist. Im Folgenden will ich Ihnen die Ergebnisse darstellen.


Insgesamt wurden bei der Untersuchung 107 Zander in vier Versuchsgruppen eingeteilt. Die Zander waren zwischen  20 und 46 cm lang (Abbildung 1). Die Simulation eines Drills bis zur Erschöpfung wurde in einem separaten Becken durchgeführt. Dabei wurde jeder einzelne Fisch bis zum Verlust des Gleichgewichtes gescheucht, um die Erschöpfung bei einem Drill nachzuahmen. Das war notwendig, um die Ergebnisse direkt auf den Aufenthalt in der Luft zurückführen zu können, ohne störenden Einfluss der Verletzungen wie beim echten Angeln üblich. Im Anschluss wurden die Zander aus den vier Gruppen unterschiedlich lange der Luft ausgesetzt und zur Sterblichkeitsbeurteilung in Erdteiche gesetzt.

Abbildung 1: Anzahl der Zander in Abhängigkeit zur Länge vor Versuchsbeginn (Daten aus Hallermann 2006).

- Gruppe 1 wurde nicht der Luft ausgesetzt.

- Gruppe 2 wurde 60 Sekunden der Luft ausgesetzt.

- Gruppe 3 wurde 120 Sekunden der Luft ausgesetzt.

- Gruppe 4 wurde 240 s der Luft ausgesetzt.

Es wurde darauf geachtet, dass der Einfluss der Temperatur, Sauerstoff, pH-Wert und Grad der Verletzung keinen Einfluss auf das Experiment hatten.
Nachdem die Zander der Luft ausgesetzt wurden, sind sie für 40 Tage beobachtet worden. Neben der Sterblichkeit wurde auch das Wachstum beobachtet. In vorangegangen Studien an anderen Fischarten konnte ein Einfluss des Stresses auf das Wachstum nach dem Zurücksetzten festgestellt werden.



Die Ergebnisse:

- Dadurch, dass der Zander an die Luft gelangt, wird das Wachstum nicht beeinträchtigt!


- Die Sterblichkeit erhöht sich bei den Zandern enorm, die an die Luft gelangt waren. Bei den Zandern aus Gruppe 1, die nicht der Luft ausgesetzt waren, betrug die Sterblichkeit bereits bei 11,1 %. Auch diese Zander wurden zu einem gewissen Grade gestresst, z.B. bei Handling vor dem Versuch und beim Transport zwischen Becken und Beobachtungsteich. Bei den Zandern aus Gruppe 2, 3 und 4 lag die Sterblichkeit im Durchschnitt aber bei 31,3 % (Abbildung 2).


- Ein kritischer Wert für die Dauer, die die Zander an der Luft aushalten, konnte also nicht festgestellt werden. Der Fakt des Luftaufenthalts an sich reichte schon aus, um die Sterblichkeit von rund 11 % auf im Durchschnitt 31% ansteigen zu lassen.


- Je größer die Zander waren, umso geringer war die Sterblichkeit nach dem Zurücksetzten (Abbildung 3)


Fazit:

Unbedingt alle untermaßigen Zander im Wasser abhaken und wenn möglich das Haken von untermaßigen Zandern durch die Angelplatzwahl oder einen Angelplatzwechsel minimieren.


Quellen (www.adaptfish.igb-berlin.de):



ARLINGHAUS, R. & HALLERMANN, J. (2007): Effects of air exposure on mortality and growth of undersized pikeperch, Sander lucioperca, at low water temperatures with implications for catch-and-release fishing). – Fisheries Management an Ecology – 14, 155-160


HALLERMANN, J. (2006): Auswirkungen eines simulierten Angelvorgangs auf Mortalität und Wachstum von untermaßigen Zandern (Sander lucioperca). – Unveröffentlichte Bachelorarbeit; Humboldt-Universität Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät

Abbildung 2: Sterblichkeit der untermaßigen Zander in Abhängigkeit vom Kontakt mit Luft (Daten aus Arlinghaus & Hallermann 2007 und Hallermann 2006).

Abbildung 3: Durchschnittliche Länge der gestorbenen und der nicht gestorbenen Zander (Daten Arlinghaus & Hallermann 2007 und Hallermann 2006).

951 Kommentare

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