Mein Lieblingsfisch der Rapfen

Bernhard Fietzek war so nett und schrieb einen Bericht über seinen bevorzugten Angelfisch. Wie er vorgeht und was für ihn diese Fischart ausmacht können sie hier lesen…

Die Rapfenfischerei an der Oberfläche ist das Schönste was es für mich im Sommer gibt. So viele geniale Bisse habe ich bis jetzt in meiner langen Angelkarriere noch nicht erlebt. Diese räuberischen Friedfische sind auch nicht so einfach zu fangen wie man oft glaubt. An manchen Tagen rauben sie zwar wie verrückt an der Oberfläche, aber deshalb beißen sie noch lange nicht. Beim Angeln auf diese Fischart konnte ich immer wieder unterschiedliche Erfahrungen machen. Einmal muss der Köder ganz langsam geführt werden, dann wieder so schnell es geht.

Rapfen mit 83 cm und 12 Pfund 

So erschreckt wie diese Fische hat mich noch keine andere Fischart. auf einmal explodiert das Wasser vor den Füssen, sodass man beinahe einen Herzinfarkt erleidet. Besonders reizvoll ist es also den Köder an der Oberfläche zu präsentieren, um dann die Attacke live zu sehen. Dies ist nicht nur daher meine bevorzugte Angeltechnik auf Rapfen.

Dennis mit einem Rapfen von 72cm

 Es ist auch ein Unterschied, ob man im Fluss oder See fischt. Im Fluss sind die Rapfen einfacher zu fangen, weil sie den Köder entweder gleich nehmen oder er überhaupt kein interesse weckt. Ein Angriff auf Hopp oder Topp. Im See dagegen haben sie mehr Zeit und sind daher vorsichtiger. Sie attackieren den Köder in voller Fahrt und drehen im letzten Moment wieder ab. Wie sie das in dieser Geschwindigkeit schaffen ist mir immer noch ein Rätsel. Klasse.

Auch bei der Köderwahl verhält es sich immer wieder anderes. Im Frühjahr muss man tief fischen um die Kerle zu bekommen. Sie haben dann auch häufig viele Blutegel an ihrem Körper. Sobald dann die Fischbrut geschlüpft ist, passt nur noch diese in ihr Jagdschema und man bekommt sie in dieser Zeit nur sehr schwer an den Haken. Im Sommer kommt dann die beste Zeit der Rapfenfischerei. Dazu ein Tipp von mir. Die Fischbrut ist jetzt größer und die Oberflächenfischerei bringt als Angeltechnik nun die besten Erfolge. Jeder der dies noch nicht ausprobiert hat, sollte das bald nachholen. Auch der Herbst ist Spitze. Nun füllen die Rapfen ihren Energiehaushalt für den Winter auf und man kann wahre Sternstunden am Wasser erleben.
 
 Rheinhafenrapfen
 Aber wo die Rapfen dann tatsächlich ihr Winterquartier beziehen ist mir nicht bekannt. Ich habe in der ganzen Winterzeit so gut wie noch nie einen Rapfen zu Gesicht bekommen, obwohl ich sie mehrmals schon im Winter probiert habe. Wenn dann doch etwas gebissen hat, waren es hauptsächlich die Barben. Zu guter Letzt möchte ich noch etwas über den Drill der Rapfen sagen. Die großen Rapfen kann man am leichten Geschirr kaum halten. Mir sind schon etliche vom Haken abgekommen, da sie mir diesen aufgebogen haben. Wenn man den Rapfen nicht verlieren will, sollte man die Bremse also genauestens einstellen. Die erste Flucht ist immer die Stärkste. Mein größter Rapfen nahm bestimmt 20 Meter Schnur bis er das erste Mal zum Stehen kam.
 Rapfen aus dem Goldkanal
Ich hoffe, dass ich Euch die Rapfenfischerei ein wenig näher bringen konnte.
Bernhard